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Die Radikalität des Herzens

Von der Stimmung des Kriegers

Der erste Feind: Die Angst

Ein Wissender wirst Du, wie Don Juan sagt, wenn Du die Mühen des Lernens auf Dich genommen hast und aufrichtig darum ringst, die Geheimnisse um Wissen und Macht zu lösen. Du wirst in diesem Bemühen den vier natürlichen Feinden des Menschen begegnen: der Angst, der Klarheit, der Macht und dem Alter. Don Juan: „Wenn ein Mann anfängt zu lernen, ist er sich über seine Ziele nicht klar. Sein Vorsatz ist schlecht; seine Absicht ist vage. Er hofft auf Belohnungen, die niemals eintreffen werden, denn er weiß nichts von den Härten des Lernens. Er beginnt langsam zu lernen - zuerst Schritt für Schritt, dann in großen Sprüngen. Und bald sind seine Gedanken durcheinander. Was er lernt, ist nicht, was er sich ausgemalt hat, und so beginnt er sich zu ängstigen. Lernen ist niemals, was man erwartet.“ Wenn Du begonnen hast Dein Leben zu rekapitulieren, oder wie man auch sagen könnte, eine Sammlung der denkwürdigen Ereignisse Deines Lebens zusammenzustellen, nimmst Du einen Faden auf. Diesem folgend deckst Du allmählich die versteckten Motive Deines Lebens auf. Und wahrscheinlich wirst du bald herausfinden, dass es die Angst ist, die seit jeher im Zentrum Deines Handelns steht. Je tiefer Du eintauchst, je mehr wird Dir auch klar, dass die Angst nach Innen dieselbe ist, wie jene die Du nach Außen richtest. Du fürchtest ebenso die Dinge, die Du innen zu finden meinst, wie Dir auch das Unbekannte und Neue, welches Dir durch Ereignisse oder Menschen entgegen tritt, bedrohlich erscheint. Bereits an diesem Punkt brechen viele Menschen, die sich auf den Weg des Wissens begeben haben, ab und scheitern. Unüberwindbar scheint die Hürde zu sein, zu groß die Bedrohung, die Dich in Deinen Grundfesten zu erschüttern beginnt. Jeder Schatten wird zu einem Dämon, der Dich zu verschlingen scheint.

Sei mein Gefährte

Komm meine Angst, sei mein Gefährte –

Du brauchst nicht länger heimlich meiner Fährte

folgen, Du Treue!

Wenn alles andere mich verließ,

hieltest Du stets mir noch die Hand

und hast Dich bekannt;

selbst wenn ich von Dir nichts wissen wollte,

Dir nur unliebsame Blicke zollte,

ließt Du mich nie im Stich.

 

Komm meine Angst, sei mein Gefährte –

Du brauchst nicht länger heimlich meiner Fährte

folgen, Du Schöne!

Du gingst die längste Zeit im Dunkeln:

so tritt ans Licht

und lass mich endlich Dein Gesicht

ganz erkennen;

Du musst Dich nicht verstecken,

auch ich will Dir die Hand entgegenstrecken

und Dich nach Hause holen.

 

Komm meine Angst, sei mein Gefährte –

Du brauchst nicht länger heimlich meiner Fährte

folgen, Du Weise!

Ich lausche gerne Deiner Stimme:

flüstere mir auch Deine anderen Namen,

die allesamt zur Vorsicht mahnen;

bist Du am Ende gar die Achtsamkeit,

die verwundbar ist und Zärtlichkeit?

Komm, ich will Dich wagen!

 

Komm meine Angst, sei mein Gefährte –

Du brauchst nicht länger heimlich meiner Fährte

folgen.

Der zweite Feind: Die Klarheit

Beharrlichkeit erweist sich schließlich als die angemessene Haltung, um der Angst und den Gefahren, die sie beschwört zu begegnen. Gleichzeitig widerstehst Du dem fast übermächtigen Wunsch, Dich zu zerstreuen, zu betäuben oder Dich in irgendeiner anderen Form gehen zu lassen. An diesem Punkt des Lernens wirst Du wohlmöglich den Eindruck haben, dass der Weg, den Du eingeschlagen hast, vor allem ein endloses Aushalten und Ertragen von Gefühlen ist. Die Unbeugsamkeit, mit der Du der Angst trotzt, führt Dich endlich an einen Punkt, an dem sie weicht und beginnt sich aufzulösen. Du bist bis zu ihrer Wurzel vorgedrungen und hast sie in jedem Aspekt angeschaut und verstanden. Sie hört auf das Leitmotiv Deines Lebens zu sein. Du bist nicht mehr in ihr fixiert. Du gewinnst Klarheit über alles, was in Dir und um Dich herum geschieht. Die lang ersehnte Klarheit der Gedanken ist das neue Terrain, auf dem Du Dich bewegst. Du gewinnst eine Übersicht und einen sprichwörtlichen Durchblick, die Dir das unerschütterliche Gefühl vermitteln, Dir Deiner sicher zu sein. Du kennst nun Deine Wünsche und verstehst sie zu befriedigen. Da Dir nichts verborgen zu sein scheint, wähnst Du die nächsten Schritte auf Dem Weg des Wissens voraussehen zu können. Ohne es zu merken bist Du damit dem zweiten Feind gegenübergetreten. Er zwingt Dich, Dich niemals selbst anzuzweifeln oder in Frage zu stellen. Das Unbekannte ist für Dich zu einer berechenbaren Größe geworden. Während Du die Angst als offenen Gegner identifizieren und konfrontieren konntest, gleicht die Klarheit einem Angriff aus dem Hinterhalt, weil sie Dir das vermeintliche Gefühl von Überlegenheit vermittelt.

Don Juan rät Castaneda, er müsse vor allem denken, dass seine Klarheit fast ein Fehler sei. Wenn der Krieger „dieser vorgetäuschten Macht nachgibt, ist er von seinem zweiten Feind besiegt worden, und er wird mit dem Lernen spielen. Er wird eilen, wenn er geduldig sein sollte, oder er wird geduldig sein, wenn er eilen sollte. Und er wird mit dem Lernen spielen, bis er endet, unfähig, noch irgend etwas zu lernen.“, mahnt Don Juan. Wenn Du nicht als gelangweilter Krieger oder Clown enden willst, bleibt Dir, um die Klarheit zu besiegen, nichts anderes übrig, als ihr beharrlich zu trotzen, so wie Du der Angst – vielleicht über viele Jahre – getrotzt hast. Du wirst feststellen, dass Du im einstigen Ringen mit der Angst ihre eigentlichen Qualitäten für Dich gewinnen konntest: Achtsamkeit, Besonnenheit und Umsicht. Dich nun mit diesen Qualitäten zu verbinden, wird in jedem Fall eine wichtige Hilfe sein, um auch die Auseinandersetzung mit der Klarheit zu bestehen. Du wägst jeden Schritt sorgfältig ab, mit Geduld und Vorsicht, weil Du weißt, dass Dein Leben davon abhängt. Die Klarheit ist nur ein Punkt vor den eigenen Augen.

Ertönt ihr Ruf

Ertönt ihr Ruf, ganz gleich wie leise,

fährt ein Jedes aus gewohntem Gleise

Was uns Wahrheit war, an die wir glauben,

ist nur noch Punkt vor unseren Augen

 

Die alte Form zerspringt in Scherben,

geht uns schier zu Bruch –

Bleiben wäre nun Zerfall und Sterben,

sie duldet keinen Widerspruch

 

Sobald ihr Klang das Ohr erreicht,

ist jedes andere Glück zu seicht

 

Und wir müssen ziehen und sie versuchen

Der dritte Feind: Die Macht

Die vier Feinde repräsentieren, wie man auch sagen könnte, die vier Aspekte derTrägheit. Die Trägheit ist die maßlose Neigung des Menschen sich gehen zu lassen. Die Angst riet Dir davon zu laufen und das Lernen abzubrechen. Hast Du ihrem Sog widerstanden, bist Du furchtlos geworden, was heißt, dass Deine Angst Dich beim Lernen nicht länger behindert. In dieser Auseinandersetzung hast Du die Klarheit für Dich gewonnen. Diese verführte Dich zur Annahme, dass Du bereits am Ziel ,ein Wissender zu sein‘ angekommen seist. Wenn Du dieser eingebildeten Macht nicht nachgegeben hast und die Klarheit schließlich als Punkt vor den eigenen Augen entlarven konntest, beginnst Du zu sehen. Mit dem Sehen begegnest Du der wirklichen Macht. An diesem Punkt seiner Entwicklung beginnt ein Krieger zu sehen, was um ihn herum geschieht, er sieht energetische Wirklichkeit. Er weiß, wie er die ihn umgebenden Kräfte dirigieren, manipulieren und nach seinen Vorstellungen benutzen kann. Er sieht vor allem auch, an welcher Stelle der Montagepunkt seiner Mitmenschen fixiert ist. Er kann mit ihnen daher verfahren, wie ihm beliebt. Er bekommt, was er will. Alles scheint erlaubt und dem eigenen Vorteil zu dienen. Ein Mensch, der der Versuchung der Macht erliegt, wird zum Tyrann. Er huldigt seinem Selbst, anstelle es zu überwinden. Seine Entscheidung, die Macht zu beanspruchen hat ihn kaltgestellt und seine Kriegerschaft beendet. In dem Maße, wie er sich über die Dinge und andere Menschen stellt, verliert er die Verbindung zu ihnen. Unter allen Umständen festzuhalten an einem Weg der Herz hat, Dich von allem Anfang an zu umgeben mit Dingen, die Herz haben, wird Dich auch in den schwierigsten Umständen daran erinnern, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Ein Krieger macht seine Stimmung selbst.

Das Übel in Allem

ist der Wunsch zu gefallen.

Der vierte Feind: Das Alter

Der vierte Feind, das Alter kann letztlich nicht besiegt werden, da der Tod am Ende eines jeden Weges wartet. Das Alter offenbart dem Krieger die Essenz der Trägheit. Ein Krieger aber widersteht seinem Feind bis zur letzten Sekunde, um dem Tod mit vollständiger Wachheit und Bewusstheit gegenüber zu treten. Er widersteht der Senilität des Alters, dem unbändigen Drang sich zur Ruhe zu setzen und dem verführerischen Wunsch sich der Müdigkeit hinzugeben. Wer der Müdigkeit nachgibt verliert alles, was er in seinem Leben errungen hat. Alles, was er glaubte überwunden zu haben, kommt zurück zu ihm – auch die Angst. Ein Krieger, der dem Alter widersteht, ist ein Inbegriff der Würde. Darin liegt das Paradox: Nur wer dem Alter widersteht wird durch es vollendet.

 

Alter Kriegergeist (Indien)

Im Schuhschrank

wohnt ein alter Affe –

er kann nicht mithalten

mit der Horde, die

jeden Nachmittag

das Lager überfällt.

 

Der alte Affe ist schlau,

er muss nicht um die Reste kämpfen –

die Menschen hier dulden ihn.

 

Auszug aus dem Buch „Die Radikalität des Herzens“ Von der Stimmung des Kriegers -Einführende Gedanken zum Werk von Carlos Castaneda und den Lehren des Don Juan

 

"2012" -Aufruf der HOPI- Indianer

Dieser Aufruf der Hopi wurde vor einigen Jahren an die Schamanen und Weisen dieser Welt übermittelt.
“Wir befinden uns in einem reißenden kosmischen Fluss. Dieser ist so stark und mächtig, dass ihn viele Menschen fürchten werden. Sie werden versuchen sich am Ufer festzuhalten. Sie werden auch das Gefühl haben, auseinandergerissen zu werden, und werden aus diesem Grund sehr leiden. Wisse, dass der Fluss seine Absicht und sein Ziel hat. Die Weisen der Hopi-Indianer rufen dazu auf, sich vom Ufer loszulösen und in die Mitte des Flusses reißen zu lassen. Wir sollen unsere Häupter über dem Wasser halten, um den Blick für jene freizuhalten, die wie wir selbst mit Vertrauen und Freude im Fluss treiben. In dieser Zeit sollten wir nichts persönlich nehmen und auf uns alleine beziehen. Wenn wir das machen, beginnt unsere spirituelle Reise und unser Wachstum zu blockieren. Die Zeit des einsamen Wolfes ist vorbei. Orientiert euch an der Gruppe, an den Mitmenschen. Streichen wir doch „KAMPF“ aus unserem Vokabular, aus unserem Bewusstsein. Alles, was wir im Alltag machen, sollte als heiliger Akt gesehen werden. Suche keine Führer abseits deiner selbst. Gewinne deine eigene Kraft zurück und erhalte sie für deine Entwicklung. Es gibt keine Landkarte mehr, keine Glaubensbekenntnisse und keine Philosophien. Von jetzt an kommen die Anweisungen geradewegs aus dem Universum. Der Plan wird offenbar, Millisekunde auf Millisekunde, unsichtbar, intuitiv, spontan und liebevoll. Gehe in die Zelle und deine Zelle wird dich alles lehren, was es zu wissen gibt.”
Die Hopi sind die westlichste Gruppe der Pueblo-Indianer. 7.000 von ihnen leben im nordöstlichen Arizona, inmitten des Reservates der Navajo, am Rande der Painted Desert in einem 12.635 km² großen Reservat. Es gibt heute zwischen 8.000 bis 12.000 Hopi.
Laut Prophezeiung der Hopi leben wir derzeit in der vierten von sieben Welten. Die 1. Welt endete durch Feuer. Die 2. Welt endete durch Fluten und Eiszeit, da die Erde aus dem Gleichgewicht geriet. Die 3. Welt endete in einer Flut. Für die HOPI beginnt in naher Zukunft das 5. Zeitalter. Laut ihren Legenden soll es überall auf der Erde brennen und eine Zeit großer Umwälzungen beginnen. Die 4. Welt werde mit einer grossen Reinigung enden als Vorbereitung für den Eintritt in die 5. Welt. Die große Reinigung sei gekennzeichnet durch das Auftauchen eines grossen Sternes: der blaue Stern, Begleiter des Hundssternes: Sirius, der tagsüber als zweite Sonne am Himmel stehen werde. Er soll hundert mal heller als die Venus strahlen und abends aussehen wie ein zweiter Mond. “Ihr werdet von einem Wohnort im Himmel über der Erde hören, der mit großem Lärm fallen und als blauer Stern erscheinen werde. Kurz darauf werden die heiligen Bräuche der Hopi verschwinden. Der Übergang zwischen den Welten werde Auftauchen.”
Was Dir auf dem Weg des Wissens nun bleibt, ist, mit der Angst zu Ende zu gehen. Mit ihr zu sein an jeder Wegbiegung, wo sie Dich in neuem Mantel abermals umgarnen möchte und Dir rät nicht weiterzugehen. Dabei ist die Wahrheit hinter der Angst einfach. In ihrem Kern erkennst Du, dass Angst immer die Angst davor ist, ganz wahr zu sein. Deine Hilflosigkeit, Zerstörbarkeit und Verletzlichkeit ist die Wahrheit, der Du Dich kaum zu stellen vermagst. Das, was Du in Deinem tiefsten Kern bist, willst, oder was durch Dich zum Ausdruck kommen will, ist verboten in der Welt, wie wir sie zusammen erschaffen haben. Der ganze Zirkus Deines Lebens ist ein endloser Tanz um eben diese nüchterne Tatsache herum. Die Angst vor dem Tod, der drohenden Nicht-Existenz, dem Unkontrollierbaren, Unvorhersehbaren und Ungewissen ist eine Variation des selben Themas. Der Krieger sieht, dass Kontrolle letztlich nicht möglich ist und er in den wirklich wichtigen Fragen seines Lebens auf sich zurückgeworfen und ausgeliefert ist an die Schicksalskräfte, die zu erfassen verstandesmäßig unmöglich sind: Das Leben ist, wie sich offenbart, eine Aneinanderreihung von gefährlichen Momenten. Die Neigung sich gehen zu lassen, das Anhaften an Besitz, Vergnügen und Beziehung sind hierbei die Mittel, um sich zu zerstreuen und gefühlsmäßig abzuschirmen. Jede Form des Glaubens, die immer an eine Vorstellung von Kontinuität verknüpft ist, wird entlarvt als Flucht ins Illusionäre. Gehe dorthin, wo Deine Angst ist, rät die Einsicht dem Krieger. Er konfrontiert die Angst in sich. Denn, um die Angst zu überwinden, muss man Angst haben, sie zu sich nehmen. Er beheimatet sie, macht ihr Platz, ohne sich ihr zu beugen.

 

 

 

 

Von der S

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